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Unterschreiben als Linkshänder: Haltung, Neigung, Papier
Mit links zu schreiben ist kein Nachteil, es braucht nur eine andere Technik. Von der Stifthaltung über den Papierwinkel bis zur Neigung und zu Stiften, die nicht verschmieren: alles für eine ruhige, schöne Unterschrift.
Fast alles, was wir übers Schreiben gelernt haben, wurde für Rechtshänder gemacht: die Schulschrift, die Anordnung von Tischen und Stühlen, Spiralblöcke, sogar der Kugelschreiber an der Kette rechts am Bankschalter. Wenn du mit links schreibst, hast du dir wahrscheinlich längst deine eigene Lösung gesucht, und oft funktioniert sie gut. Manchmal aber schmerzt das Handgelenk, die Tinte verschmiert, oder deine Unterschrift neigt sich jedes Mal ein wenig anders. Eine linkshändige Unterschrift kann genauso schön und selbstbewusst sein wie eine rechtshändige. Du musst nur Haltung, Papier und Werkzeug an deine Hand anpassen, nicht umgekehrt. In diesem Artikel schauen wir, warum Schreiben mit links anders ist, welche Handhaltungen es gibt, wie du das Papier drehst, was es mit der Neigung auf sich hat, wie du Verschmieren vermeidest und wie du die Striche deiner Unterschrift so gestaltest, dass sie deiner Hand liegen.
Warum Schreiben mit links anders ist
Lateinische Schrift läuft von links nach rechts. Wer mit rechts schreibt, dessen Hand folgt dem Text, der Stift wird hinterhergezogen, und die frische Tinte trocknet in Ruhe. Mit links ist es umgekehrt: Die Hand bewegt sich vor dem Text her, der Stift wird eher geschoben als gezogen, und die Handkante oder der kleine Finger streift leicht über das, was du gerade geschrieben hast.
Daraus ergeben sich die drei häufigsten Schwierigkeiten. Die Tinte verschmiert, weil die Hand darüberfährt. Du siehst nicht, was du schreibst, weil die Hand es verdeckt. Und das Handgelenk verkrampft, weil der Körper instinktiv versucht, die ersten beiden Probleme zu lösen, zum Beispiel indem die Hand sich über die Zeile krümmt. Nichts davon ist deine Schuld, die Umgebung wurde einfach nicht für dich gemacht.
Die Unterschrift ist hier ein Glücksfall: Sie ist kurz, eine einzige Bewegungsfolge, meist in einem Zug geschrieben. Mit der richtigen Haltung und Papierlage gibt es viel weniger Gelegenheit zum Verschmieren und Verdecken als bei einer ganzen Seite Text.
Deine Hand ist nicht falsch, die Welt ist nur auf die andere eingerichtet.
Die Haltung: locker und etwas höher
Eine gute Linkshänderhaltung beruht auf denselben Grundlagen wie eine rechtshändige: Der Stift liegt zwischen Daumen und Zeigefinger, der Mittelfinger stützt ihn von unten, und du hältst ihn so locker, dass man ihn dir mit einem leichten Zug aus der Hand nehmen könnte. In zwei Punkten lohnt es sich, von Rechtshändergewohnheiten abzuweichen.
- Halte ihn etwas höher. Wenn du den Stift ein paar Millimeter weiter von der Spitze entfernt hältst als gewohnt, siehst du die Linie neben deiner Hand besser und musst das Handgelenk nicht abknicken, um hinzuschauen.
- Halte das Handgelenk locker. Das Handgelenk sollte gerade oder nur leicht gebeugt sein. Krümmt es sich stark nach innen, wird die Bewegung steif und kann bei längerem Schreiben wehtun.
- Drück nicht. Wird dein Fingernagel weiß oder hinterlässt der Stift eine Delle im Finger, hältst du ihn zu fest. Eine lockere Haltung ergibt eine flüssigere Linie.
- Achte auf deine Schulter. Viele ziehen beim Schreiben die linke Schulter hoch. Lass sie sinken und lass die Bewegung auch aus Ellbogen und Unterarm kommen, nicht nur aus den Fingern.

Drei Handhaltungen, und welche richtig ist
Linkshänder halten ihre Hand im Verhältnis zur Zeile ungefähr auf drei Arten. Keine davon ist die einzig richtige. Ziel ist, bequem und schmerzfrei zu schreiben und zu sehen, was du schreibst.
- Unterhalb der Zeile. Die Hand bewegt sich unter der geschriebenen Zeile, das Handgelenk ist ziemlich gerade. So streift die Hand nicht über frische Tinte, und die Stiftspitze bleibt gut sichtbar. Meist braucht es dafür ein stärker gedrehtes Blatt.
- Seitlich. Die Hand bewegt sich links neben der Zeile, etwa auf gleicher Höhe. Eine Zwischenform, in die viele ganz von selbst hineinfinden.
- Hakenhaltung. Die Hand krümmt sich über die Zeile, das Handgelenk ist abgeknickt, der Stift kommt von oben. Viele Linkshänder haben so schreiben gelernt, weil sie den Text dabei sehen und nicht verschmieren. Wenn es bequem ist und nicht wehtut, musst du sie dir nicht abgewöhnen.
- Dein Handgelenk schmerzt auch nach längerem Schreiben nicht.
- Du siehst beim Schreiben die Stiftspitze.
- Die Tinte verschmiert selten.
- Deine Unterschrift neigt sich jedes Mal ungefähr gleich.
- Nach ein paar Unterschriften verkrampft oder schmerzt das Handgelenk.
- Du verwischst regelmäßig, was du geschrieben hast.
- Du schreibst in verdrehter Haltung mit hochgezogener Schulter.
- Die Neigung deiner Unterschrift wechselt von Mal zu Mal.
Wenn du etwas ändern willst, ändere nicht alles auf einmal. Fang mit dem Papierwinkel an, um den es im nächsten Abschnitt geht; oft richtet allein das schon das Handgelenk auf. Wer seit der Kindheit in Hakenhaltung schreibt, für den kann eine komplette Umstellung lange dauern, und sie ist auch nicht unbedingt nötig. Für eine Unterschrift reicht es, wenn deine Haltung bequem und beständig ist.
Die Papierlage: drehen und nach links rücken
Die Lage des Papiers ist wahrscheinlich die größte einfache Veränderung, die ein Linkshänder vornehmen kann. Rechtshänder kippen das Blatt meist gegen den Uhrzeigersinn. Linkshändern ist in der Regel das Gegenteil angenehm: ein im Uhrzeigersinn gedrehtes Blatt, dessen Oberkante nach rechts oben zeigt.
- 1Leg das Blatt auf deine linke Seite. Nicht in die Mitte, sondern etwas vor die linke Schulter. So erreicht dein Unterarm es in einem natürlichen Winkel, ohne vor dem Körper zu kreuzen.
- 2Dreh es im Uhrzeigersinn. Fang mit einem leichten Winkel an und vergrößere ihn, bis deine Hand bequem unter oder neben der Zeile liegt. Einen Pflichtwinkel gibt es nicht, das entscheiden deine Hand und dein Unterarm.
- 3Richte es am Unterarm aus. Ein guter Ausgangspunkt: Die Unterschriftszeile steht ungefähr im rechten Winkel zum Unterarm. Dann kommt die Bewegung aus Handgelenk und Unterarm, nicht aus gekrümmten Fingern.
- 4Teste und justiere. Unterschreib dreimal, schau, wie ähnlich sie sind, dreh das Blatt ein wenig und probier es erneut.

Neigung: senkrecht, nach rechts oder nach links?
Viele Schulen lehren eine nach rechts geneigte Schrift, und viele Linkshänder haben das Gefühl, ihr folgen zu müssen. Dabei ist mit links eine senkrechte oder leicht nach links geneigte Schrift oft viel natürlicher. Daran ist nichts falsch. Bei einer Unterschrift kommt es nicht darauf an, wohin sie sich neigt, sondern dass sie sich immer gleich neigt.
- Senkrecht. Für viele Linkshänder am leichtesten, und sie wirkt sehr klar und modern. Auch in kleinen Feldern funktioniert sie gut.
- Leichte Rechtsneigung. Mit links ebenfalls machbar, vor allem mit stärker gedrehtem Blatt. Wenn sie dir gefällt, experimentiere mit dem Papierwinkel, statt das Handgelenk abzuknicken.
- Linksneigung. Für die linke Hand natürlich und mit eigenem Charakter. Übertreib es nur nicht, sonst kippen hohe Buchstaben aufeinander.
Die Gleichmäßigkeit lässt sich einfach prüfen: Unterschreib zehnmal untereinander und leg ein Lineal an die Schäfte deiner Großbuchstaben. Neigt sich einer nach links, ein anderer nach rechts, ändert sich wahrscheinlich die Papierlage von Mal zu Mal. Mehr zu gleichmäßiger Neigung findest du in Was eine Unterschrift professionell macht.
Bei einer Unterschrift zählt nicht, wohin sie sich neigt, sondern dass sie sich immer gleich neigt.
Schluss mit Verschmieren: Tinte, Stift und Reihenfolge
Verschmieren ist das bekannteste Ärgernis für Linkshänder und zum Glück am leichtesten zu beheben. Die Lösung hat drei Teile: ein Werkzeug, dessen Linie schnell trocknet, eine Handhaltung, die nicht über frische Tinte zieht, und etwas Aufmerksamkeit für die Reihenfolge deiner Striche.
- Kugelschreiber. Die Tinte der meisten Kugelschreiber zieht schnell an, deshalb ist er im Alltag für Linkshänder oft die sicherste Wahl.
- Fineliner. Gibt eine dünne, gleichmäßige Linie, und viele Modelle trocknen schnell. Teste auf einem leeren Blatt, wie lange es dauert, bis nichts mehr verwischt.
- Gelschreiber. Gibt eine schöne, satte Linie, kann je nach Modell aber langsamer trocknen. Manche sind ausdrücklich auf schnelles Trocknen ausgelegt, nach denen lohnt es sich zu suchen.
- Füller. Auch mit links gut nutzbar, besonders mit feiner Feder und schnell trocknender Tinte. Manche Hersteller bieten Federn an, die ausdrücklich für Linkshänder empfohlen werden. Wenn du Füller liebst, schau in Stift, Tinte und Papier.

Wenn es trotzdem verschmiert, hilft ein Löschblatt oder ein sauberes Blatt unter der Hand, damit du dich nicht direkt auf frische Schrift stützt. Bei wichtigen Papieren wie einem Vertrag warte ein paar Sekunden, bevor du ihn faltest oder die nächste Seite darauflegst.
Gestalte deine Unterschrift für deine Hand
Du kannst eine Unterschrift auf deine Hand zuschneiden, und für Linkshänder ist das besonders wichtig. Manche Striche, die für eine rechte Hand natürliche Zugbewegungen sind, werden für eine linke zu Schubbewegungen, und genau die haken, kratzen oder rutschen oft weg. Es lohnt sich zu überlegen, bei welchen Strichen du die Richtung ändern kannst, sodass die Form bleibt, die Bewegung aber angenehmer wird.
- 1Finde den unbequemen Strich. Schreib deine Unterschrift langsam und achte darauf, wo der Stift hakt, wo du fester greifen musst, wo sich das Tempo ändert. Meist ist es ein langer waagerechter Strich oder eine große Schleife.
- 2Probier ihn umgekehrt. Eine Unterstreichung oder einen Querstrich kann man auch von rechts nach links ziehen. Die Form bleibt dieselbe, aber der Stift wird gezogen statt geschoben.
- 3Achte auf das Linienende. Ziehst du einen Strich in die andere Richtung, wandert auch sein spitz auslaufendes Ende auf die andere Seite. Entscheide, was dir besser gefällt, und bleib dabei.
- 4Setz kleine Zeichen zuletzt. Viele setzen Akzente, Punkte und Querstriche ganz am Ende in einer schnellen Bewegung. So fährt die Hand beim Schreiben nicht darüber.
Ben Hoffmann etwa hat jahrelang mit seiner langen, nach rechts auslaufenden Unterstreichung gekämpft: Mit links geschoben wackelte sie immer, und das Ende lief mal nach oben, mal nach unten weg. Als er ausprobierte, den Stift nach dem Namen am rechten Ende anzusetzen und nach links zu ziehen, wurde die Unterstreichung gerade und ruhig. Der Abschluss sah kaum anders aus, die Bewegung wurde aber viel sicherer. Die verschiedenen Abschlussformen behandeln wir ausführlich in Der Abschluss deiner Unterschrift.
Aufwärmen und Üben mit links
Der Übungsablauf ist derselbe wie bei allen anderen: aufwärmen, Strichfolge lernen, nachfahren, dann Tempo aufbauen. Wir beschreiben ihn ausführlich in So lernst du deine neue Unterschrift. Ein paar Ergänzungen können Linkshändern helfen.
- Kreise in beide Richtungen. Zeichne eine Reihe Kreise im Uhrzeigersinn, dann gegen den Uhrzeigersinn. Achte darauf, was natürlicher geht, und lege die Schleifen deiner Unterschrift möglichst in diese Richtung.
- Waagerechte Striche in beide Richtungen. Zieh ein paar Linien von links nach rechts, dann von rechts nach links. Ist eine Richtung sichtbar ruhiger, nimm sie für Unterstreichung und Querstriche.
- Übe auf gedrehtem Blatt. Dreh dein Übungsblatt genauso wie beim Unterschreiben. Übst du in einem Winkel und unterschreibst in einem anderen, lernt deine Hand zwei verschiedene Bewegungen.
- Übe mit deinem Unterschriftsstift. Nimm dasselbe Werkzeug, mit dem du unterschreiben wirst, damit du dich an sein Trocknen und Gleiten gewöhnst.

Wenn du auf dem Bildschirm übst, gibt es kein Verschmieren, sodass du dich ganz auf die Form konzentrieren kannst. Calligras Übungsmodus bewertet jeden Versuch, was Linkshändern eine gute Rückmeldung gibt, ob Neigung und Proportion schon gleichmäßig werden. Danach lohnt es sich, die Form auch auf Papier zu festigen, wo Blattwinkel und Tinte mitspielen.
Alltagssituationen: Schalter, Terminal, Tischnachbarn
Die meisten Unterschriften entstehen nicht an einem bequemen Schreibtisch. Hier ein paar typische Situationen und was jeweils hilft.
- Bankfiliale und Serviceschalter. Der am Tresen befestigte Stift hängt oft rechts an einer kurzen Schnur. Reicht sie nicht bequem, frag, ob du deinen eigenen Stift nehmen kannst, oder zieh das Blatt näher zum Stift und dreh es.
- Tisch mit anderen. Sitzen mehrere an einem Tisch, setz dich möglichst ans linke Ende, damit dein Ellbogen nicht mit dem deines rechten Nachbarn zusammenstößt.
- Spiralblöcke und Ringordner. Die Spirale links liegt genau unter deiner Hand. Wenn möglich, schreib auf die Rückseite oder nimm einen oben gebundenen Block.
- Klemmbretter. Klammer und starre Platte machen das Drehen schwer. Dreh das ganze Klemmbrett oder halte es schräg entlang deines Unterarms.
- Kuriere und Kartenterminals. Bildschirme verschmieren nicht, aber die kleine Fläche und die Eile machen eine einfachere Version in einer Bewegung sinnvoll. Siehe Unterschreiben auf Bildschirmen.

Wenn du umgeschult wurdest oder mit beiden Händen schreibst
Früher wurden linkshändige Kinder vielerorts auf die rechte Hand umgeschult. Wenn dir das passiert ist, schreibst du heute vielleicht mit rechts, empfindest manche Bewegungen mit links aber als natürlicher. Oder du kannst mit beiden Händen schreiben, fühlst dich aber mit keiner ganz sicher.
- Eine Unterschrift, eine Hand. Egal welche Hand du wählst, unterschreib immer mit ihr. Zwei Hände erzeugen zwei verschiedene Bewegungen, und das geht auf Kosten der Gleichmäßigkeit.
- Wähle die bequemere. Wenn du mit beiden schreibst, unterschreib ein paar Tage lang mit jeder und nimm die, die ruhiger, schneller und weniger anstrengend ist.
- Erzwing keinen Wechsel. Wenn du seit Jahrzehnten mit einer Hand schreibst, musst du für deine Unterschrift nicht wechseln. Eine bequeme, gut eingeübte Bewegung ist mehr wert als eine theoretisch natürlichere.
Rebecca Wolf hat als Kind mit rechts schreiben gelernt, Schere und Löffel aber mit links gehalten. Als sie eine neue Unterschrift gestaltete, probierte sie beide Hände aus. Die linkshändige Version hatte mehr Schwung, aber weniger Kontrolle; die rechtshändige war langsamer, aber gleichmäßiger. Am Ende blieb sie bei rechts, weil die Form dort beim Üben schneller sicher wurde. Es gibt keine richtige oder falsche Wahl, es zählt nur, mit welcher Hand du beständig unterschreiben kannst.
Checkliste für Linkshänder
Bevor du anfängst, eine neue Unterschrift zu lernen, oder einfach deine jetzige in Ordnung bringen willst, geh diese kurze Liste durch.
- 1Haltung. Locker, etwas weiter oben am Stift, Handgelenk gerade oder leicht gebeugt.
- 2Papier. Links vom Körper, im Uhrzeigersinn gedreht, die Zeile ungefähr im rechten Winkel zum Unterarm.
- 3Neigung. Jede Richtung ist in Ordnung, solange sie immer gleich ist. Prüf sie mit einem Lineal an zehn Versuchen.
- 4Werkzeug. Schnell trocknende Tinte, getestet auf dem Papier, auf dem du unterschreibst.
- 5Striche. Unbequeme Striche hast du umgekehrt ausprobiert, kleine Zeichen kommen zuletzt.
- 6Übung. Du übst mit demselben Papierwinkel und demselben Stift, mit denen du unterschreibst.

Wenn diese Punkte stimmen, wird deine linkshändige Unterschrift genauso selbstbewusst wie die von allen anderen. Und wenn du eine neue Unterschrift suchst, hilft dir der Artikel über den Anfangsbuchstaben, die Form zu gestalten, während du in Calligra viele Stile mit deinem Namen ausprobieren kannst, die du dann mit deiner eigenen Hand in deinem eigenen Tempo einüben kannst.
Der eine Satz, den du mitnehmen solltest
Dreh das Papier, halt den Stift locker, wähl schnell trocknende Tinte und passe die Striche an deine Hand an: Mit links kannst du eine Unterschrift schreiben, die genauso schön, ruhig und gleichmäßig ist wie die von allen anderen.
Fragen
Ist es schlecht, in Hakenhaltung zu schreiben?
Nicht unbedingt. Viele Linkshänder haben so schreiben gelernt, weil sie den Text dabei sehen und nicht verschmieren. Wenn es bequem ist, dein Handgelenk nicht schmerzt und deine Unterschrift gleichmäßig ist, gibt es keinen Grund für eine Änderung. Spürst du Spannung oder Schmerzen, probier ein stärker gedrehtes Blatt und halte den Stift etwas höher; oft richtet sich das Handgelenk dann von selbst auf.
In welche Richtung soll ich das Papier drehen?
Linkshändern ist meist eine Drehung im Uhrzeigersinn angenehm, mit dem Blatt links vom Körper. Einen Pflichtwinkel gibt es nicht: Dreh es, bis deine Hand bequem unter oder neben der Zeile liegt und die Unterschriftszeile ungefähr im rechten Winkel zum Unterarm steht. Probier ein paar Winkel aus und bleib bei dem, der die gleichmäßigste Unterschrift ergibt.
Welche Stifte verschmieren am wenigsten?
Die meisten Kugelschreiber und viele Fineliner trocknen schnell, deshalb sind sie im Alltag für Linkshänder die sicherste Wahl. Gel- und Füllertinten können je nach Sorte langsamer trocknen, es gibt aber schnell trocknende Varianten. Am besten testest du deinen Stift auf dem Papier, auf dem du meist unterschreibst.
Muss eine linkshändige Unterschrift nach rechts geneigt sein?
Nein. Mit links ist eine senkrechte oder leicht nach links geneigte Schrift oft natürlicher, und das ist völlig in Ordnung. Wichtig ist, dass sich deine Unterschrift immer gleich neigt. Wenn dir die Rechtsneigung gefällt, experimentiere mit stärkerem Drehen des Blatts statt mit Abknicken des Handgelenks.
Darf ich die Richtung der Striche meiner Unterschrift ändern?
Ja. Eine Unterstreichung oder einen Querstrich kannst du auch von rechts nach links ziehen, wenn das mit links bequemer ist. Die fertige Form bleibt fast gleich, höchstens das spitz auslaufende Ende wandert auf die andere Seite. Wichtig ist, dass du sie immer gleich schreibst.
Ich wurde auf rechts umgeschult. Mit welcher Hand soll ich unterschreiben?
Mit der, die sich bequemer, schneller und gleichmäßiger anfühlt. Probier ein paar Tage beide aus und entscheide dich dann. Wenn du seit Jahren mit rechts unterschreibst, musst du nicht wechseln. Wichtig ist, immer mit derselben Hand zu unterschreiben.
Was, wenn der Tresen in der Bank oder einem Amt unbequem ist?
Dreh das Blatt, zieh es näher heran oder frag, ob du deinen eigenen Stift benutzen darfst. Niemand erwartet, dass du in einem bestimmten Winkel unterschreibst. Wenn eine Stelle eine Unterschriftsprobe von dir aufbewahrt, unterschreib dort so ruhig wie möglich in deiner gewohnten Haltung, damit deine späteren Unterschriften ihr ähneln.
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